Zurück zu Fenster & Technik
Nachschlagewerk

Fenster-Lexikon
Fachbegriffe erklärt

Von A wie Abstandhalter bis Z wie Zweifach-Verglasung: Hier finden Sie alle wichtigen Fachbegriffe rund um Fenster verständlich erklärt.

Wärmedämmung

Uw-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters

W/(m²K)

Der Uw-Wert (w = window) gibt an, wie viel Wärme durch das gesamte Fenster (Rahmen + Glas) verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

Gute Werte
≤ 0,95 W/(m²K) für BAFA-Förderung
Beispiel
Ein Fenster mit Uw = 0,8 verliert nur halb so viel Wärme wie eines mit Uw = 1,6.

Ug-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung

W/(m²K)

Der Ug-Wert (g = glazing) bezieht sich nur auf das Glas, ohne Rahmen. Moderne Dreifach-Verglasung erreicht Werte von 0,5–0,7.

Gute Werte
≤ 0,7 W/(m²K) bei Dreifach-Verglasung
Beispiel
Dreifach-Glas: Ug ≈ 0,5 | Zweifach-Glas: Ug ≈ 1,1

Uf-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient des Rahmens

W/(m²K)

Der Uf-Wert (f = frame) beschreibt die Wärmedämmung des Fensterrahmens. Moderne Mehrkammer-Profile erreichen sehr gute Werte.

Gute Werte
≤ 1,3 W/(m²K) bei Kunststoff-Profilen
Beispiel
7-Kammer-Profile haben bessere Uf-Werte als 5-Kammer-Profile.

Ψ-Wert (Psi-Wert)

Wärmebrückenverlustkoeffizient

W/(mK)

Der Psi-Wert beschreibt den Wärmeverlust am Übergang zwischen Glas und Rahmen (Glasrandverbund). Warme Kante reduziert diesen Wert.

Gute Werte
≤ 0,04 W/(mK) mit Warmer Kante
Beispiel
Aluminium-Abstandhalter: Ψ ≈ 0,08 | Warme Kante: Ψ ≈ 0,03

Warme Kante

Thermisch optimierter Glasrandverbund

Ein Abstandhalter zwischen den Glasscheiben aus wärmedämmendem Material (Kunststoff/Edelstahl statt Aluminium). Reduziert Kondensation am Glasrand.

Gute Werte
Standard bei hochwertigen Fenstern
Beispiel
Mit Warmer Kante bleibt der Glasrand ca. 2°C wärmer – weniger Kondenswasser.

Solare Eigenschaften

g-Wert

Gesamtenergiedurchlassgrad

Dezimalzahl oder %

Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie (Wärme + Licht) durch das Glas ins Gebäude gelangt. Wichtig für solare Gewinne und Sonnenschutz.

Gute Werte
0,50–0,60 bei Dreifach-Verglasung
Beispiel
g = 0,55 bedeutet: 55% der Sonnenenergie kommt durch das Glas.

τ-Wert (Tau-Wert)

Lichttransmissionsgrad

Dezimalzahl oder %

Der Tau-Wert beschreibt, wie viel sichtbares Licht durch das Glas gelangt. Höhere Werte = hellere Räume.

Gute Werte
≥ 0,70 (70%) für gute Tageslichtnutzung
Beispiel
Klarglas: τ ≈ 0,80 | Sonnenschutzglas: τ ≈ 0,50

Solare Gewinne

Passive Solarenergienutzung

kWh

Die Wärmeenergie, die durch Sonneneinstrahlung über Fenster ins Gebäude gelangt und den Heizbedarf reduziert. Besonders an Südfenstern relevant.

Gute Werte
Positive Energiebilanz an Süd-/West-/Ostseite
Beispiel
Ein 1,5 m² Südfenster kann an einem Wintertag 2–3 kWh Wärme liefern.

Fc-Wert

Abminderungsfaktor für Sonnenschutz

Dezimalzahl

Gibt an, wie stark ein Sonnenschutzsystem (Rollladen, Raffstore) die Sonneneinstrahlung reduziert. Je niedriger, desto besser der Schutz.

Gute Werte
≤ 0,25 bei außenliegendem Sonnenschutz
Beispiel
Außenrollladen: Fc ≈ 0,10 | Innenliegende Jalousie: Fc ≈ 0,50

Schallschutz

Rw-Wert

Bewertetes Schalldämmmaß

dB (Dezibel)

Der Rw-Wert gibt an, um wie viele Dezibel das Fenster den Außenlärm reduziert. Höhere Werte = besserer Schallschutz.

Gute Werte
≥ 35 dB für normale Wohnlagen
Beispiel
Rw = 45 dB reduziert Straßenlärm von 75 dB auf 30 dB (Flüstern).

Schallschutzklassen (SSK)

Einteilung nach VDI 2719

Klasse 1–6

Klassifizierung von Fenstern nach ihrer Schalldämmung. Klasse 1 = einfach, Klasse 6 = Höchstleistung.

Gute Werte
SSK 3–4 für Wohngebiete an Straßen
Beispiel
SSK 2: 30–34 dB | SSK 3: 35–39 dB | SSK 4: 40–44 dB

C / Ctr

Spektrum-Anpassungswerte

dB

Korrekturwerte für verschiedene Lärmarten. C für hochfrequenten Lärm (Flugzeuge), Ctr für tieffrequenten Lärm (Verkehr).

Gute Werte
Rw + Ctr für Straßenlärm relevant
Beispiel
Fenster mit Rw 42 dB und Ctr -5 dB: Effektiv 37 dB gegen Verkehrslärm.

Sicherheit & Einbruchschutz

RC-Klassen

Resistance Class (Widerstandsklasse)

RC 1 N – RC 6

Europäische Norm für Einbruchschutz. Gibt an, wie lange ein Fenster Einbruchversuchen mit bestimmten Werkzeugen widersteht.

Gute Werte
RC 2 für Privathäuser empfohlen
Beispiel
RC 2: 3 Min. mit Schraubendreher | RC 3: 5 Min. mit Brechstange

P4A / P5A / P6B

Durchwurfhemmende Verglasung

Klasse nach EN 356

Klassifizierung von Sicherheitsglas nach Widerstand gegen Durchwurf. P4A ist Standard für Einbruchschutz.

Gute Werte
P4A für RC 2 Fenster
Beispiel
P4A: 3x Fallhammer aus 9m | P6B: 30–50 Axthiebe

VSG

Verbund-Sicherheitsglas

Zwei oder mehr Glasscheiben mit reißfester Folie verbunden. Bei Bruch bleiben Splitter an der Folie haften.

Gute Werte
VSG für Überkopf- und Absturzsicherung
Beispiel
Windschutzscheiben im Auto sind aus VSG.

ESG

Einscheiben-Sicherheitsglas

Thermisch vorgespanntes Glas, das bei Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt. Verletzungsgefahr wird minimiert.

Gute Werte
ESG für Duschwände, Glastüren
Beispiel
ESG ist ca. 4x bruchfester als normales Floatglas.

Pilzkopfverriegelung

Sicherheitsbeschlag

Spezielle Beschläge, bei denen pilzförmige Zapfen in Stahlschließbleche greifen. Verhindert Aufhebeln des Fensters.

Gute Werte
Umlaufend an allen Seiten
Beispiel
Standard-Fenster: Rollzapfen | RC 2: Pilzkopfzapfen

Konstruktion & Aufbau

Kammersystem

Anzahl der Hohlkammern im Profil

Anzahl (z.B. 5, 6, 7)

Mehr Kammern = mehr Luftpolster = bessere Dämmung. Moderne Profile haben 5–7 Kammern.

Gute Werte
6–7 Kammern für beste Dämmung
Beispiel
5-Kammer: Uf ≈ 1,3 | 7-Kammer: Uf ≈ 1,0

Bautiefe

Tiefe des Rahmenprofils

mm

Die Tiefe des Fensterrahmens. Größere Bautiefe ermöglicht mehr Kammern und dickere Verglasung.

Gute Werte
≥ 76 mm für Dreifach-Verglasung
Beispiel
Standard: 70 mm | Premium: 82–88 mm

Glasfalztiefe

Tiefe der Glasaufnahme

mm

Der Bereich, in dem das Glas im Rahmen sitzt. Wichtig für dicke Dreifach-Verglasung.

Gute Werte
≥ 24 mm für Dreifach-Glas
Beispiel
Dreifach-Glas ist ca. 44 mm dick.

Mitteldichtung

Dritte Dichtungsebene

Eine zusätzliche Dichtung zwischen Rahmen und Flügel (neben Innen- und Außendichtung). Verbessert Wärme- und Schalldämmung.

Gute Werte
Standard bei Premium-Fenstern
Beispiel
Fenster mit Mitteldichtung erreichen bessere Uw-Werte.

Flügelüberdeckung

Überlappung von Flügel und Rahmen

mm

Wie weit der Fensterflügel den Rahmen überdeckt. Beeinflusst Optik und Dichtheit.

Gute Werte
Flächenbündig = moderne Optik
Beispiel
Flächenbündige Fenster haben eine glatte Außenansicht.

Lüftung & Klima

Fugendurchlässigkeit

Luftdurchlässigkeit der Fensterfuge

Klasse 1–4

Gibt an, wie viel Luft durch geschlossene Fenster strömt. Moderne Fenster sind sehr dicht (Klasse 4).

Gute Werte
Klasse 4 (höchste Dichtheit)
Beispiel
Dichte Fenster erfordern aktives Lüften oder Lüftungsanlagen.

Falzlüfter

Integrierter Lüftungsspalt

Ein kleiner Lüftungsschlitz im Fensterfalz für kontrollierten Luftaustausch ohne Fensteröffnung.

Gute Werte
Optional für kontrollierte Lüftung
Beispiel
Falzlüfter ermöglichen ca. 5 m³/h Luftaustausch.

Parallelabstellung

Spaltlüftung

Der Fensterflügel wird parallel zum Rahmen nach innen versetzt. Ermöglicht Lüften bei geschlossenem Erscheinungsbild.

Gute Werte
Komfortfunktion bei Premium-Fenstern
Beispiel
Ideal für Nachtlüftung ohne Einbruchrisiko.

Normen & Prüfungen

CE-Kennzeichnung

Conformité Européenne

Pflicht-Kennzeichnung für Bauprodukte in der EU. Bestätigt die Einhaltung europäischer Normen.

Gute Werte
Pflicht für alle Fenster
Beispiel
Ohne CE-Zeichen dürfen Fenster nicht verkauft werden.

EN 14351-1

Europäische Produktnorm für Fenster

Die wichtigste Norm für Fenster und Außentüren. Definiert Prüfverfahren und Leistungsklassen.

Gute Werte
Grundlage für CE-Kennzeichnung
Beispiel
Regelt Prüfung von Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit, Windlast.

RAL-Gütezeichen

Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren

Freiwilliges deutsches Qualitätszeichen. Bestätigt Qualität über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus.

Gute Werte
Zeichen für geprüfte Qualität
Beispiel
RAL-Montage garantiert fachgerechten Einbau.

U-Wert nach EN 10077

Berechnungsnorm für Wärmedurchgang

Europäische Norm zur Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern und Türen.

Gute Werte
Einheitliche Berechnungsgrundlage
Beispiel
Ermöglicht Vergleichbarkeit verschiedener Fenster.

Noch Fragen zu Fenstern?

Unser Team erklärt Ihnen gerne alle Fachbegriffe persönlich und berät Sie bei der Auswahl der richtigen Fenster für Ihr Projekt.

Kostenlose Beratung anfragen

Datenschutz-Einstellungen

Wir nutzen Cookies und externe Dienste (Google Maps), um Ihnen das beste Erlebnis zu bieten. Einige sind essenziell, andere helfen uns, die Webseite zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.